Sekundärer Pflanzenstoff

Glocusinolate – sekundärer Pflanzenstoff

Nicht alles was gesund ist, ist auf den ersten Eindruck einladend! Sei es drum, der „Mensch“ mag den scharfen nachhaltigen Geschmack. Mithin der Genießer spürt, dass dieser Tränen treibend, befreit. Typische Vertreter dieses sekundären Pflanzenstoffes sind Lebensmittel vom Felde.

Wirkstoffreiches Gemüse – Zauberkraft Natur

Alle Kohlarten wie: Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl, Brokkoli, Wirsing bis hin zu Rosenkohl zeichnen sich durch diese Zauberkräfte aus. Ebenso deren schärferen Partner wie Meerrettich, Kresse, Senf, Radieschen und Rettich. Die Wirkstoffe drücken sich durch den Geruch beim Kochen und die Schärfe auf der Zunge aus. Diese Kräfte setzen sie den Krankheitserregern entgegen. Glucosinolate sind durch Ihre Schärfe wirksam. Erzeugt wird diese durch Schwefel.

Gesundes vom Feld hilft Krankheiten einzudämmen und zu beseitigen

Die Wirkstoffe in den Pflanzen sind gut verpackt. Die scharfen Schwefel Verbindungen sind mit einem Zuckermoleküle verbunden. Somit für die Pflanzen selber ungefährlich. Wird ein Kohlblatt angeschnitten platzt die Senföl Kapsel  auf und die Heilstoffe werdend freigesetzt. Gleicher Vorgang geschieht beim ausgiebigen Kauen.  Myrosinase wird freigesetzt – und das scharfe Senföl setzt seine Wirkung ein.

Sekundäre Pflanzenstoffe – Glucosinolate – Krebs hemmend

Beim Kauen von z.B.  Kohl, Rettich oder Senf werden die Zellen zerstört. Ein enzymatischer Vorgang wird eingeleitet. Thiocyanate Indole, Isothiocyanate, Sulfvoraphan entstehen. Sie stoppen, wie bisher durch Forschung ermittelt, vor allem Magen-, Brust-, Leber und Lungenkrebs. Dieses wurde zum einen bei Ratten aber auch bereits am Menschen erforscht. Daher ist es klug den Speisezettel vor allem durch Kohl zu bereichern.

Kohl – Armeleuteessen

Kohl, wurde früher als das „Armeleuteessen“eingestuft. Infolgedessen verschwand es von unserem Speisezettel. Folglich auch in den Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs. Den Krieg hatten wir hinter uns gelassen und Jedermann wollte nun vom aufsteigenden Wirtschaftswunder und seinen Köstlichkeiten profitieren. Kohl mit seinen unangenehmen Gerüchen wurde verbannt. Leichtigkeit, Schnelllebigkeit, die Süße des Lebens täuschten dem Genießer Wohlstand und Gesundheit vor. Kaum beachtet und wahrgenommen schlichen sich die Beschwerden in unseren Alltag ein. Anforderungen, Zeitmangel, lange Arbeitstage und vermehrter Wunsch nach aufregender Freizeitgestaltung offenbarten letztendlich den steilen Anstieg von Allergien. Hervorgerufen durch die Verringerung unserer Abwehrkräfte. Und nun, gewann der Speisezettel unserer Vorfahren wieder an Beachtung. Diese hatten auch nicht gerade ein Bilderbuch Leben und waren dennoch kräftig und gesund.

Pflanzliches Breitband Antibiotika

Glucosinolate sind ebenso Mikrobenjäger. Je schärfer der Geschmack, desto aktiver ist die Wirkung in diesem Bereich. Die Bakterien, Viren und Pilze werden abgetötet. Bei Erkältungen, Bronchitis und Schnupfen wirkt dieser natürlich Stoff heilend unterstützend.  Die Kapuzinerkresse, auch als farbenprächtiger Blumenschmuck in Bauerngärten bekannt, beweist mir ihrem Senföl (Benzylsenföl) eine starke antibiotische Wirkung. Deshalb wird sie auch als pflanzliches Breitbandantibiotikum bezeichnet. Ihr Einsatz ist vor allem bei  Infekten der Harnwege geschätzt.

Meerrettich gerieben.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Nase immer mehr „zu geht“, hilft frisch geriebener Meerrettich. Halten Sie ganz kurz Ihre Nase über den geriebenen Meerrettich. Ziehen Sie Luft  durch die Nase ein. Sofort werden Sie  feststellen, dass Ihre Nasenatmung wieder ohne Störung möglich ist. Die Augen geschlossen halten, um eine Reizung zu verhindern. Hier wirken die Senfölglykoside, wie die Glucosinolate auch genannt werden. Vermehrte Tränen- und Speichelbildung lösen den festsitzenden Schnupfen und auch Husten auf. Die Nase läuft wieder. Den Schleim können Sie abhusten.

Alles hat zwei Seiten

Eine Nebenwirkung von Kohl ist eine Beeinflussung der Schilddrüse. Vor allem bei häufigem Genuss. Bei der Zersetzung von Glucosinolaten entsteht Goitrine. Diese Substanzen können bei bestehendem Jodmangel zur Entstehung eines Kropfes führen. Allerdings erst bei einem sehr hohen Verzehr. Früher, ein sehr häufig auftretendes Symptom. Da oftmals der Kohl für die ärmere Bevölkerung das Hauptnahrungsmittel war. Unangenehme Blähungen nach dem Verzehr können mit Kümmel ebenso durch Ingwer und Knoblauch vermieden werden.

Zubereitung von Kohlgerichte

Kohl eignet sich gut als Rohkost. Entsprechend können sie mit Krautsalat Ihren Speiseplan bereichern. Vor allem Kohlrabi und Kresse sind auch gut in dem beruflichen Alltag hilfreich. Als Beilage für Ihre Pausen Mahlzeit erfüllen sie eine aktive Unterstützung in beruflicher Beanspruchung. Sollten Sie Kohl erhitzen verwenden Sie hierfür möglichst wenig Wasser beim Dünsten, denn die Senfölglykoside entweichen ins Kochwasser. Weshalb Sie dieses auch als Soßen Grundlage weiter verwenden sollten. Kohl möglichst schonend dünsten. Eine Ausnahme hierbei ist Sauerkraut. Dieses schmeckt besonders gut, je häufiger es aufgewärmt wird.

Wie Wilhelm Busch schon wußte: Wofür sie besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt!

Ein Bauerngarten sind nicht nur ein farbenprächtiger Anblick. Er ist ein wunderschönes, duftendes Beispiel für den Ausspruch: Apotheke Natur! 

 

Im nächsten Blog werden Sie ausführlich über die farbigen prachtvollen sekundären Pflanzenstoffe der Natur: Die Carotinoide lesen.

Ich wünsche Ihnen nun sonnige Frühlingstage. Genießen Sie es, draußen in der Natur sich zu bewegen und denken Sie bitte daran, wir Menschen sind nur Gast dort. Schon als Kinder haben wir gelernt, die Gastgeberin zu ehren und zu respektieren. In diesem Falle „DIE NATUR!“.

Ihre Helga Charlotte Kelch